Eine Molkerei ist Eindampfung plus Kühlung: Pasteure, Verdampfer und Sprühtrockner kämpfen den ganzen Tag gegen die Kältemaschinen. Die Wärmeintegration zwischen heißer und kalter Seite ist die entscheidende Chance — und der Sprühtrockner für Milchpulver ist das Energiemonster der Lebensmittelindustrie. Für die Reporting-Abteilung bedeutet das: welche Rahmenwerke greifen, welche KPI offenzulegen ist und welche abgeschlossene Maßnahme zu zeigen ist. Hier ist das Profil der Milchverarbeitung.
| Rahmenwerk | Gilt für die Milchverarbeitung? |
|---|---|
| EU-ETS (wenn EU-Standort) | Nein — ETS nur, wenn die Standortfeuerung >20 MW beträgt |
| CBAM (bei Export in die EU) | Nein — ETS nur, wenn die Standortfeuerung >20 MW beträgt |
| SECR (wenn großes UK-Unternehmen) | Ja — Energie, Scope 1+2, Intensitätsverhältnis, Effizienzmaßnahmen |
| ESOS (wenn großes UK-Unternehmen) | Ja — Audit bis 5. Dez. 2027 (Phase 4) + öffentlicher Aktionsplan |
| CSRD / ESRS E1 (wenn großes EU-Unternehmen) | Ja — Maßnahmen (E1-3), Ziele (E1-4), Energie (E1-5), Scope 1-3 (E1-6) |
| SBTi-/CDP-Anfragen von Kunden | Sektorunabhängig — kommt mit der Angebotsanfrage |
Das Intensitätsverhältnis, an dem sich Ihr Sektor misst: ≈0,1–0,2 t CO2/t verarbeiteter Milch (nur Energie). SECR erfordert eine Intensitätskennzahl Ihrer Wahl; ESRS E1-5 will Energie pro Nettoumsatz; CBAM (sofern im Anwendungsbereich) verwendet genau t CO2 pro Tonne Produkt. Dieselbe physische KPI überall zu melden, hält die Zahlen abstimmbar — und die Prüfer zufrieden.
~100% des CO2 der Milchverarbeitung sind brennstoffseitig — der Anteil, den Effizienzmaßnahmen berühren können. Wärmeverlust-Erhebungen gewinnen typischerweise 2–5% des Brennstoffverbrauchs zurück, d. h. 2,0–5,0% des gesamten CO2 dieses Sektors, bei Amortisation bis zu 2 Jahren. Durchgerechnetes Beispiel an einem Standort mit 200.000 t Milch/Jahr (≈30.000 t CO2/Jahr bei der Benchmark-Intensität): ein Dämmprogramm ist wert 600–1.500 t CO2e/Jahr — ein vollständiger, verifizierbarer Eintrag für SECR-Offenlegung 4, ein ESOS-Fortschrittsupdate, ESRS E1-3 und den Ausschreibungs-CRP, plus über 46.440 € weniger auf der CO2-Rechnung wo ETS/CBAM gilt.
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